Die zunehmende Digitalisierung in Forschung, Lehre und Verwaltung stellt Hochschulen vor wachsende Anforderungen an die Informations- und IT-Sicherheit. Gleichzeitig steigt die Zahl gezielter Cyberangriffe auf wissenschaftliche Einrichtungen weltweit. Solche Angriffe können den Hochschulbetrieb erheblich beeinträchtigen, kritische Dienste ausfallen lassen und den Verlust sensibler Daten verursachen.

Vor diesem Hintergrund verfolgt das Projekt „Erstellung von IT-Notfallplanmustern für die sächsischen Hochschulen“ das Ziel, eine koordinierte und strukturierte Vorbereitung auf IT-Notfälle zu ermöglichen. Dazu werden standardisierte Vorlagen und Konzepte für IT-Notfallpläne entwickelt, die von allen sächsischen Hochschulen genutzt und an ihre spezifischen Rahmenbedingungen angepasst werden können.

Die im Projekt erarbeiteten Notfallplanmuster orientieren sich an etablierten Standards, insbesondere am BSI-Standard 200-4 für Business Continuity Management, und konzentrieren sich auf Maßnahmen zur Bewältigung von IT-Notfällen sowie zur schnellen Wiederherstellung des IT-Betriebs und zentraler digitaler Dienste.

Das Projekt leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Strategie der digitalen Transformation im Hochschulbereich des Freistaats Sachsen, insbesondere im Bereich der Querschnittsaufgabe Informationssicherheit.

Das Projekt verfolgt mehrere zentrale Ziele:

  • Entwicklung eines gemeinsamen IT-Notfallplanmusters für die sächsischen Hochschulen
  • Verbesserung der Reaktionsfähigkeit und Wiederherstellungszeiten bei IT-Ausfällen oder Cyberangriffen
  • Stärkung der Resilienz der Hochschulen gegenüber IT-Sicherheitsvorfällen
  • Aufbau gemeinsamer Begrifflichkeiten, Prozesse und Verantwortlichkeiten im Umgang mit IT-Notfällen
  • Förderung der hochschulübergreifenden Zusammenarbeit und gegenseitigen Unterstützung im Notfall.

Durch standardisierte Prozesse und abgestimmte Strukturen sollen Hochschulen im Ernstfall schneller reagieren und voneinander profitieren können.

Das Projekt ist in mehrere Arbeitspakete gegliedert, die schrittweise die Entwicklung und Einführung von IT-Notfallplänen unterstützen.

Analyse und Bestandsaufnahme

Zu Beginn werden bestehende Konzepte, Literatur und Handlungsempfehlungen zum Krisen- und Notfallmanagement analysiert. Parallel dazu werden bereits vorhandene Maßnahmen der Hochschulen im Bereich IT-Sicherheit sowie typische digitale Dienste identifiziert, die bei einem IT-Ausfall besonders kritisch sind.

Entwicklung eines Grobkonzepts

Auf Grundlage dieser Analyse wird ein gemeinsames Grobkonzept für IT-Notfallplanung entwickelt. Dabei werden unter anderem Verantwortlichkeiten, Notfallphasen und kritische Geschäftsprozesse definiert sowie Möglichkeiten zur gegenseitigen Unterstützung zwischen den Hochschulen erarbeitet.

Erstellung von Notfallplanmodulen

In einem nächsten Schritt entstehen konkrete Vorlagen und Module für IT-Notfallpläne, darunter:

  • Wiederanlauf- und Wiederherstellungspläne für zentrale IT-Dienste
  • Kommunikationskonzepte und Vorlagen für die Notfallkommunikation
  • technische und organisatorische Maßnahmen zur Wiederaufnahme des Betriebs.

Diese Vorlagen werden gemeinsam entwickelt, evaluiert und anschließend für alle Hochschulen verfügbar gemacht. 

Zusammenführung zum IT-Notfallplanmuster

Die erarbeiteten Bausteine werden zu einem umfassenden IT-Notfallplanmuster für sächsische Hochschulen zusammengeführt. Ergänzend entsteht ein gemeinsames Glossar zentraler Begriffe sowie ein Maßnahmenplan zur Umsetzung an den einzelnen Hochschulen.

Dokumentation und Schulung

Abschließend werden die Ergebnisse dokumentiert und durch Schulungs- und Informationsmaterialien ergänzt. Ziel ist es, IT-Personal und weitere relevante Akteure der Hochschulen für den Umgang mit IT-Notfällen zu sensibilisieren und praktische Handlungshilfen bereitzustellen. 

Das Projekt stärkt nachhaltig die Informationssicherheit und Krisenfähigkeit der Hochschulen im Freistaat Sachsen. Zu den wichtigsten Ergebnissen zählen:

  • schnellere Wiederherstellung des IT-Betriebs nach Cyberangriffen oder IT-Ausfällen
  • transparente und klar definierte Notfallprozesse
  • stärkere Vernetzung der IT-Sicherheitsverantwortlichen der Hochschulen
  • verbesserte gegenseitige Unterstützung innerhalb der sächsischen Hochschulfamilie
  • Grundlage für den langfristigen Aufbau eines Business Continuity Managements (BCM).

Die Technische Universität Dresden übernimmt die Projektleitung.

Direkt beteiligte Projektpartner sind:

  • Universität Leipzig
  • Hochschule Mittweida
  • Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden
  • Hochschule Zittau/Görlitz
  • Technische Universität Bergakademie Freiberg
  • Technische Universität Chemnitz
  • Westsächsische Hochschule Zwickau. 

Darüber hinaus ist eine Nachnutzung der Projektergebnisse für alle sächsischen Hochschulen vorgesehen.

Oktober 2024 – September 2026.